Erweiterte Suche und Struktursuche
 

Zeichenfläche leeren Suchen Bitte warten...
Erweiterte Suche und Struktursuche

      Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz an Wasser 3.0

      21.09.2017

      Preisträger 2017: Das Team von Wasser 3.0. Foto: Umweltministerium Rheinland-Pfalz

      Der Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz geht unter anderem an das Projekt Wasser 3.0 der AG Organische und Ökologische Chemie der Universität Koblenz-Landau.

      Wasser 3.0 ist bekannt als neues, innovatives und vor allem zukunftsfähiges Forschungs- und Entwicklungsprojekt der AG Organische und Ökologische Chemie. Unter der Federführung von Jun.-Prof. Dr. Katrin Schuhen haben sich in den vergangenen Jahren viele Mitarbeiter und Kooperationspartner wie die abcr GmbH in Karlsruhe und die Zahnen Technik GmbH aus Arzfeld zusammengefunden, um für die Verbesserung der weltweiten Wasserqualität zu forschen und im Besonderen handlungsfähige, effiziente und nachhaltige Lösungen zu erarbeiten.

      2017 kam der Durchbruch für die ganzheitliche Entfernung organisch-chemischer Stressoren (dies sind unter anderem Pestizide und Pharmazeutika, aber auch Mikroplastik) und die Auszeichnung mit dem Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz durch Umweltministerin Ulrike Höfken am 18. September 2017 in Mainz.

      Mit modifizierten anorganisch-organischen Hybridkieselgelen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Stoffklasse gewählt, die durch geeignete Adaptionen im organischen Molekülbestandteil in der Lage ist, Stressoren wie Pharmazeutika und Mikroplastik gleichermaßen zu binden.

      Der Trick bei der ganzen Sache ist, so Schuhen, das die Stressoren vom Material erkannt werden müssen (Lokalisation) und dann in einer chemischen Reaktion gebunden werden (Agglomerisation). Am Ende erhalten die Forscherinnen und Forscher aus sichtbar kleinen Mikroplastikkügelchen, Tischtennisballgroße Partikelverbünde. Die gelösten organisch-chemischen Verbindungen werden von diesen Partikeln, die stetig wachsen aufgesogen und chemisch fixiert, so dass am Ende durch einfaches Filtrieren die unerwünschten Rückstände entfernt werden können, ohne dass eine Relevanz für das Ökosystem besteht.

      Alternative zu Aktivkohle und Ozonierung

      Wasser 3.0 stellt eine diskussionswürdige Alternative zu den bestehenden halbwirtschaftlichen Verfahren Aktivkohle und Ozonierung in der vierten Reinigungsstufe statt, es kann aber auch für Grundwassersanierung, Industriewässer und für Sickerwasser und Brunnenwasser eingesetzt werden. Auch die Entfernung hochgradige Belastungen wie zum Beispiel durch per- und polyfluorierte organisch-chemische Verbindungen werden mittlerweile mit Hybridkieselgelen erfolgreich untersucht.

      Diese hohe Varianz in der Anwendung hängt damit zusammen, dass die Hybridkieselgele nach dem Verschmutzungsgrad und der Komplexität der Belastung angepasst und eingesetzt werden und nicht nach dem Motto „Viel, hilft viel!“ ressourcenverschwendend gearbeitet wird.

      Wasser 3.0 ist nicht nur effizient in seiner Anwendung, sondern beinhaltet auch die Betrachtung von Recycling und Anschlussverwertung. Auch die Sensibilisierung der Menschen hinsichtlich der Vermeidung von Verschmutzungen gehört zur Aufgabe der Forscherinnen und Forscher. Alles in allem verfolgt Wasser 3.0 mit dem Ansatz: Forschung, Entwicklung, Bildung und Kommunikation als erstes Projekt alles vier Handlungsfelder zu gleichen Teilen und mit hohem Einsatz, Motivation und mit Erfolg.

      Nicht nur, dass parallel zur Forschung aktuell mit Lehrern und Schülern ein elektronisches Schulbuch entsteht, welches zum Wasserkreislauf in digitalisierten, interaktiven und dynamischen Bildungsformaten lehrt, auch die #ECOlogic, die ökologische Expeditionen durch Europa ist mittlerweile bei den Menschen in aller Munde. Man kennt Wasser 3.0 und das macht die AG Organische und Ökologische Chemie rund um Jun.-Prof. Dr. Katrin Schuhen stolz.

      Wasser 3.0